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Theologisches Symposium mit Prof. Dr.Dr. hc. Josef Wohlmuth aus Bonn

19.04.2013 | Burghausen | Haus der Begegnung Heilig Geist | 15:00 Uhr

Der Titel des Symposiums greift auf folgende Geschichte zurück, die Joseph Ratzinger am Anfang seines Buches "Einführung in das Christentum" erzählt:

"Ein Reisezirkus war in Dänemark in Brand geraten. Der Direktor schickte daraufhin den Clown, der schon zur Vorstellung gerüstet war, in das benachbarte Dorf, um Hilfe zu holen, zumal die Gefahr bestand, daß über die abgeernteten, ausgetrockneten Felder das Feuer auch auf das Dorf übergreifen würde. Der Clown eilte in das Dorf und bat die Bewohner, sie möchten eiligst zu dem brennenden Zirkus kommen und löschen helfen. Aber die Dörfler hielten das Geschrei des Clowns lediglich für einen ausgezeichneten Werbetrick, um sie möglichst zahlreich in die Vorstellung zu locken; sie applaudierten und lachten bis zu Tränen. Dem Clown war mehr zum Weinen als zum Lachen zumute; er versuchte vergebens, die Menschen zu beschwören, ihnen klarzumachen, dies sei keine Verstellung, kein Trick, es sei bitterer Ernst, es brenne wirklich. Sein Flehen steigerte nur das Gelächter, man fand, er spiele seine Rolle ausgezeichnet – bis schließlich in der Tat das Feuer auf das Dorf übergegriffen hatte und jede Hilfe zu spät kam, so daß Dorf und Zirkus gleichermaßen verbrannten."

Joseph Ratzinger nimmt diese Geschichte, um die Situation des Menschen heute angesichts der Gottesfrage zu beschreiben, nämlich zwischen Glauben und Zweifel.

Der Referent, Prof. Dr. Josef Wohlmuth, stellt dar, wie Joseph Ratzinger die moderne Welt ernst nimmt, die das Glauben heute in Frage stellt. Wird der Verkünder in der Kirche nicht oft als Clown gesehen, dessen Worte nicht ernstgenommen werden? Im Rückgriff auf die Bibel wird der Glaube als haltgebende Dimension angesichts der Verunsicherungen definiert: "Wenn ihr nicht glaubt, dann versteht ihr nicht. " (Jes 7,9). Joseph Ratzinger/Benedikt XVI. ist die Vernünftigkeit des Glaubens wichtig. Es ist kein Ausliefern ins Irrationale, sondern eine Begegnung mit Jesus, dem menschlichen Antlitz Gottes.

Nach einer Gruppenphase beendet das Podium unter Leitung von der bewährten Leitung von Dr. Martin Posselt die Veranstaltung mit dem Aufgreifen der Gottesfrage heute und der notwendigen Freiheit der Kirche, für die verwandelnde Liebe Gottes ein Raum zu sein.




Foto Vorschau: Brigitta Neckermann-Lipp
Foto Text: Barbara Maria Stallbauer



Hier der Vortrag von Prof. Wohlmuth zum Herunterladen.


pdfVortrag Prof. Wohlmuth