07.02.2021 · Marktl am Inn · Geburtshaus
Neue ZeiÂten brinÂgen immer auch neue WörÂter herÂvor. In dieÂsen LockÂdown-ZeiÂten sind wir aufÂgeÂruÂfen, unseÂre ​„Work-Life-BalanÂce“ zu pfleÂgen. Wir solÂlen also klaÂre GrenÂzen zieÂhen zwiÂschen der Arbeit und dem PriÂvatÂleÂben. Wir solÂlen sehen, dass wir das inneÂre GleichÂgeÂwicht, die inneÂre BalanÂce aufÂrechtÂerhalÂten. Oder: ​„ResiÂliÂenz“ solÂlen wir entÂwiÂckeln, eine inneÂre WiderÂstandsÂkraft, die uns hilft, manÂches abpralÂlen zu lasÂsen, staÂbil zu bleiben.
Fast scheint es so, als sei auch das EvanÂgeÂliÂum dieÂses SonnÂtags ein BeiÂspiel für ResiÂliÂenz und Work-Life-BalanÂce. Der Herr Jesus ist von früh bis spät beschäfÂtigt. Alle wolÂlen etwas von ihm, alle KranÂken soll er heiÂlen. Ja, es heißt sogar: Die ganÂze Stadt war vor seiÂner HausÂtür verÂsamÂmelt. Da heißt es schon mal durchÂschnauÂfen. Da muss auch der Sohn GotÂtes schauÂen, dass er selÂber nicht zu kurz kommt.
Als ihn wieÂder einÂmal alle suchen, da tritt er auf die BremÂse und zieht sich noch vor SonÂnenÂaufÂgang an einen einÂsaÂmen Ort zurück. Er sucht das GleichÂgeÂwicht zwiÂschen äußeÂrer BeanÂspruÂchung und inneÂrer Ruhe. Er ordÂnet sich und sein Leben, um wieÂder resiÂliÂent zu werden.
FreiÂlich: Nicht immer braucht es neue WörÂter. Oft ist das GemeinÂte ja eine alte MenÂschenÂweisÂheit. Am MorÂgen, in der AbgeÂschieÂdenÂheit – da betet Jesus einÂfach. Er macht sich bewusst, dass er ganz aus Gott lebt. Er schöpft neue Kraft für seiÂnen Dienst an den Menschen.
In dieÂsem Sinn ist auch für uns jeder SonnÂtag eine GeleÂgenÂheit, neue Kraft zu schöpÂfen und die VerÂbinÂdung mit dem HerrÂgott zu pfleÂgen. Wer so sein inneÂres GleichÂgeÂwicht wieÂder jusÂtiert hat, der kann dann auch gestärkt die tägÂliÂche Arbeit und die HerÂausÂforÂdeÂrunÂgen dieÂser neuÂen Zeit angehen.
Ich wünÂsche Ihnen einen gesegÂneÂten Sonntag.
Dr. Franz HarinÂger
Theologischer LeiÂter
Fotos: Pressestelle Bistum Passau